Der Name ist die Kurzform von Electronic PUBlication. Zu wissen, was drinsteckt, bringt allerdings mehr als der Name — also zuerst das Fazit.
Das Innere eines EPUB ist fast dasselbe wie eine Webseite.
Sie haben vielleicht gehört, dass Webseiten aus HTML und CSS bestehen. Bei EPUB ist es genau dasselbe: Der Text ist HTML, das Aussehen ist CSS. Bilder und Schriften dazu, alles in eine einzige Datei packen — und das ist ein EPUB.
EPUB ist also keine völlig neue, besondere Technik. Es ist die Technik des Webs, neu zusammengesetzt in Buchform. Deshalb liest es sich auf Geräten jedes Herstellers, und deshalb kann jeder aus der veröffentlichten Spezifikation eines bauen.
Wenn Sie nur ein E-Book verteilen wollen, sieht es so aus, als täte es ein PDF. Bis heute werden viele Bücher als PDF verbreitet.
Warum also kam EPUB auf? Weil Menschen in völlig unterschiedlichen Umgebungen lesen.
Das PDF friert ein, „wie es auf Papier gedruckt aussah“. Ein in A4 angelegtes Dokument ist immer noch A4, wenn Sie es auf dem Handy öffnen. Passt man es an den Bildschirm an, schrumpft die Schrift; zoomt man hinein, muss man seitlich scrollen.
Genau hier ist EPUB anders. Der Text wird so eingegossen, dass er zur Bildschirm- und Schriftgröße der lesenden Person passt. Man kann auf dem Handy in großer Schrift so bequem lesen wie in einem Taschenbuch. Genau diese Fähigkeit, sich um die lesende Person herum neu zu formen, ist der Grund, warum EPUB zum Standard für E-Books wurde.
In einem Papierbuch ist „Zeile 3 auf Seite 40“ für alle dieselbe Stelle. Im EPUB unterscheidet sich der Seitenumbruch von Leser zu Leser, „welche Seite“ ist also kein fester Begriff. Das ist kein Mangel — es ist die Kehrseite davon, um die lesende Person herum zu gestalten.
Es ist nicht weithin bekannt, aber eine EPUB-Datei ist eine ZIP-Datei.
Versuchen Sie einmal, die Endung eines EPUB von .epub auf .zip zu ändern und es zu entpacken. Keine Fehlermeldung: Der Inhalt klappt einfach auf. Darin finden Sie Dateien wie diese.
Die Ordnernamen hängen vom Werkzeug ab, das die Datei gebaut hat, aber die Idee ist dieselbe. Text, Bilder und Gestaltungsanweisungen zusammen mit einem Inhaltsverzeichnis und einer Bestandsliste in eine Kiste gepackt. Mehr ist ein EPUB nicht.
Die wichtige Datei ist content.opf . Sie enthält Titel und Autorschaft des Buches, die Liste der enthaltenen Dateien und die Reihenfolge, in der geblättert wird. Eine Leseanwendung schaut zuerst in diese Datei, um den Aufbau des Buches zu verstehen.
Was jede dieser Dateien tut, behandelt ein eigener Artikel.
Eine Unterscheidung sollte man vor allem anderen lernen.
| Form | Charakter | Passende Bücher |
|---|---|---|
| Fließtext | Der Text fließt passend zu Bildschirm und Schriftgröße | Romane, Essays, Sachbücher |
| Festes Layout | Das Aussehen der Seite ist festgezurrt | Manga, Fotobücher, Bilderbücher, Magazine |
Die oben beschriebene Stärke, „sich um die lesende Person herum neu zu formen“, gilt für den Fließtext. Er passt zu Büchern, in denen der Text die Hauptrolle spielt.
Manga und Fotobücher tragen dagegen eine Absicht in sich — „diese Seite soll so aussehen“ — und das Neuformen zerstört sie. Dafür ist das feste Layout da: Sie legen die Seitengröße fest und platzieren Bilder oder Text darauf.
Gleicher Name, aber innen sind die beiden ziemlich unterschiedlich gebaut. Zuerst zu entscheiden, welche der beiden Ihr Buch ist, ist Schritt eins beim Bauen eines EPUB.
Weil EPUB eine offene, gemeinsame Spezifikation ist, unterstützen es viele Anwendungen und Geräte: Rakuten Kobo, Apple Books, die Apps verschiedener E-Book-Shops, kostenlose Desktop-Lesegeräte und mehr.
Es gibt eine große Ausnahme.
Amazon nutzt ein eigenes Dateiformat. Sie können ein EPUB bei KDP (Kindle Direct Publishing) einreichen, aber es wird unterwegs intern in Amazons eigenes Format umgewandelt. Was gelesen wird, ist die umgewandelte Datei.
Das ist die mit Abstand häufigste Stolperstelle. Im eigenen Lesegerät wird es korrekt angezeigt und sieht dann auf dem Kindle anders aus — das kommt vor. Gerade beim japanischen Vertikalsatz tritt der Unterschied gern zutage.
Wenn Sie also bei Kindle veröffentlichen, ist ein Schritt unverzichtbar, der das tatsächliche Aussehen in Amazons eigenem Werkzeug (Kindle Previewer) prüft. So korrekt das EPUB vor der Umwandlung auch sein mag — das allein reicht nicht.
Die EPUB-Spezifikation wird vom W3C (World Wide Web Consortium) gepflegt, der internationalen Institution, die die Standards des Webs festlegt. Früher wurde sie vom IDPF entworfen, einer Institution des elektronischen Publizierens, und ging seitdem an das W3C über.
Bei der Versionsnummerierung wird es etwas verwirrend.
Verbreitet im Einsatz ist „EPUB 3“, aber die Spezifikationen tragen feinere Nummern: EPUB 3.2, EPUB 3.3. EPUB 3.3 wurde am 25. Mai 2023 als W3C Recommendation veröffentlicht und war die erste Ausgabe der EPUB-Reihe, die zu einer formellen W3C Recommendation wurde. Die Kompatibilität zu EPUB 3.2 bleibt gewahrt: Eine als EPUB 3.2 gültige Datei ist definitionsgemäß auch als EPUB 3.3 gültig.
Die Erläuterung des W3C selbst hält fest, dass der Unterschied zwischen EPUB 3 als „Format“ und den Nummern der Spezifikation (3.2, 3.3 …) für Einsteiger eine häufige Stolperstelle ist. Die Dezimalstelle ist da, um Ausgaben der Spezifikation zu unterscheiden; eine neue Nummer bedeutet kein anderes Format.
Mit Stand August 2026 ist die nächste Ausgabe, EPUB 3.4, in Arbeit. Am 21. Juli 2026 wurde eine Candidate Recommendation veröffentlicht, eine formelle Recommendation wird ab dem 19. Oktober 2026 erwartet.
Zu den für 3.4 erwogenen Punkten gehören die Unterstützung des Dunkelmodus und die Vereinheitlichung von Fuß- und Endnoten, und es gibt außerdem ein eigenes Team für digitale Comics. Die offenen Fragen zum Umgang mit Manga in EPUB werden gerade jetzt international ausgehandelt.
Wenn man weiß, dass innen HTML und CSS steckt, denkt man vielleicht, man könnte es selbst schreiben. Technisch geht das, in der Praxis gibt es aber eine Liste feiner Regeln zu befolgen.
mimetype als Erstes und unkomprimiert in das ZIPcontent.opf an, ausnahmslosFehlt eine davon, lässt sich das Buch in der Leseanwendung nicht öffnen oder wird beim Einreichen im Shop abgewiesen. Das alles jedes Mal von Hand korrekt zusammenzusetzen, ist auch mit Übung mühsame Arbeit.
In der Praxis nutzt man deshalb ein Werkzeug, das aus einem Manuskript oder aus Bildern das EPUB für Sie zusammensetzt. EPUB FACTORY ist eines davon. Es läuft vollständig im Browser, und Ihr Manuskript wird nie an einen Server geschickt.
Wählen Sie einen Bilderordner oder ein Textmanuskript und Sie erhalten eine EPUB-3-E-Book-Datei. Ohne Konto, ohne Installation.
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